Anke Kuhn ist die Vierbeinertherapeutin in Würzburg und Mainspessart für Pferde und Hunde. Sie findet mit viel Erfahrung und Feingefühl Schmerzstellen bei den Tieren und hilft ihnen wieder zu mehr Bewegungsfreude. In ihrem Beitrag schreibt sie über den Weg vom Pferde- zum Hundeberuf und darüber dass ihre Berufung Hund bedeutet, immer dazu zu lernen.

Seit über 30 Jahren gilt mein ganzes Herzblut den Pferden, diesen schönen, freiheitsliebenden, starken, Harmonie bedürftigen Tieren. Ich habe Röntgenassistentin gelernt, dadurch habe ich sehr gute Anatomiekenntnisse und die Vorstellung, dass es Krankheiten, die man nicht darstellen kann, nicht gibt. In mir wurde der Wunsch immer stärker, mein Wissen aus der Medizin mit meiner Leidenschaft Pferd zu verbinden.

Ein handefester Beruf: Tierphysiotherapeutin

Es gibt einige Berufe auf diesem Gebiet. Ich wollte, etwas Handfestes, etwas das logisch ist, warum es hilft. Und kam so auf die Physiotherapie für Pferde. Die Ausbildung war sehr gut und legte das Fundament auf dem ich ständig weiter aufbauen konnte. Wir lernten die ganze Bandbreite rund um die Pferdenutzung kennen, Gesundheit, Hufe, Futter, Sattel, die Arbeit mit ihnen. Die ersten Jahre waren Lehrjahre. Der Beruf war wenig verbreitet. Ich war Anfang 20, die Leute wollte jemand mit Erfahrung. Damals kannte keiner Tamme Hanken.

Mit Osteopathie Schmerzen erfühlen

Die Erfahrung wuchs mit jeder Behandlung. Aber es fehlte mir irgendetwas etwas, es reichte oft nicht aus. Die Pferde wurden manchmal besser, manchmal nicht. Ich wollte mehr. So absolvierte ich die Ausbildung für Osteopathie für Pferde. Wir hatten eine wunderbare Lehrerin, die uns viel Gefühl und Vertrauen für die Bewegung der Gelenke lehrte.  Das war das Werkzeug, das mir gefehlt hatte! Und das Gegenstück zur Radiologie: Es gibt körperliche Schmerzen, die man nicht darstellen kann, aber erfühlen kann. Seit dem konnte ich vielen Pferde helfen, wieder frei und locker zu gehen. Ich konnte den Reitern raten, wie sie ihr Pferd bei der Arbeit unterstützen können.

Weiterlernen durch den Hund

Zu dem Zeitpunkt kamen die Hunde in mein Leben. Es brauchte ein paar Jahre und ein paar Probleme, um zu lernen und um Hunde zu verstehen und es brauchte zusätzlich einen Anstoß von außen: „Warum machst Du nicht auch Hundetherapie, mein Hund braucht jemanden, der ihm hilft.“ Ich ließ mich in Hundeosteopathie ausbilden . Dies erwies sich als schwieriger, als gedacht. Ich hatte auch viel weniger Hundeerfahrung. Es gibt durch die Zucht und unser heutiges Leben Krankheiten, ungünstige Gelenkpartner, auch Verhaltensauffälligkeiten. Ich bleibe dran, mit jedem Hund lerne ich dazu. Ich lese viel und oft ich finde hilfreiche Themen und erkenne immer mehr Zusammenhänge. Social Media kann eine Fundgrube sein.

„Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken, sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.“

Ich schaue voraus, suche neue Wege, frage nach Erfahrungen anderer und lerne meiner Berufung gerecht zu werden. Es ist meine Berufung, da mein ganzes Interesse dahinter steht und ich Energie daraus ziehe, wenn ich etwas dazu lernen kann.

Jede Geschichte ist etwas Besonderes – auch deine! Schreib sei auf und schick mir deinen Text an kontakt@der-hund-als-berufung.de. Beantworte für dich die Frage darin: Was bedeutet der Hund als Berufung für dich?